Wer die Vergütung eines Pflichtverteidigers abrechnet, muss zahlreiche Gebühren, Zuschläge, Auslagen und bereits erhaltene Zahlungen im Blick behalten. Welche Gebühren im konkreten Mandat entstanden sind, hängt dabei vom jeweiligen Verfahrensablauf und der Tätigkeit des Rechtsanwalts ab.
Genau hier setzt unser PV-Rechner an: Gemeinsam mit dem Kostenrechtsexperten und Buchautor Maik Schlaak haben wir eine digitale Arbeitshilfe entwickelt, mit der sich Vergütungsansprüche eines Pflichtverteidigers schnell und übersichtlich berechnen lassen. Der Rechner ergänzt die Neuauflage seines Werks Die Vergütung des Pflichtverteidigers und ist ab sofort frei zugänglich.
Schritt für Schritt durch die Abrechnung
Der Rechner führt strukturiert durch die einzelnen Abrechnungsschritte. Statt Gebühren, Zuschläge, Auslagen und Zahlungen selbst in Tabellen zusammenzustellen, werden die erforderlichen Angaben nacheinander abgefragt.
Zu einzelnen Eingabefeldern finden sich ergänzende Hinweise, die bei der Erfassung unterstützen. So weist der Rechner beispielsweise darauf hin, dass die Grundgebühr für die erstmalige Einarbeitung in den Rechtsfall nur einmal entsteht und deshalb nicht mehrfach angesetzt werden kann.

Die Berechnung immer im Blick
Während der Eingabe wird die Berechnung fortlaufend aktualisiert. Rechts im Bildschirm bleibt die Live-Berechnung sichtbar. Sie zeigt die ausgewählten Gebühren einschließlich der jeweiligen Nummer des Vergütungsverzeichnisses sowie berücksichtigte Auslagen, Umsatzsteuer und bereits erhaltene Zahlungen.
Wird eine Angabe geändert oder eine weitere Gebührenposition ausgewählt, passt sich die Berechnung unmittelbar an. So lässt sich jederzeit nachvollziehen, aus welchen Positionen sich die insgesamt zu beanspruchende Vergütung zusammensetzt.
Am Ende steht der Antragsentwurf
Im letzten Schritt fasst der PV-Rechner sämtliche eingegebenen Angaben zusammen. Angezeigt werden die errechnete Vergütung sowie die einzelnen Gebühren- und Auslagenpositionen.
Eine Prüfhilfe weist zudem auf noch fehlende Angaben hin.
Das Ergebnis kann anschließend für die weitere Bearbeitung verwendet und als Word-Datei ausgegeben werden. Auf dieser Grundlage lässt sich ein Antrag auf Festsetzung der Pflichtverteidigervergütung nach § 55 RVG erstellen und bei Bedarf individuell ergänzen oder anpassen.
Der PV-Rechner versteht sich damit als digitale Arbeitshilfe: Er übernimmt die Berechnung und strukturierte Zusammenstellung der ausgewählten Positionen und erleichtert die Erstellung des Vergütungsantrags – die rechtliche Beurteilung des konkreten Mandats bleibt in der Hand des Anwenders.

Werbefrei für Leserinnen und Leser des Buches
Wer das Buch besitzt, kann den Rechner zusätzlich werbefrei schalten, die lokale Fallverwaltung nutzen und Berechnungen speichern.
Zum Weiterlesen: Die rechtlichen Grundlagen zum Entstehen der einzelnen Gebühren sowie zahlreiche Beispiele, Übersichten und Übungsfälle finden sich im Buch:
Maik Schlaak, Die Vergütung des Pflichtverteidigers, 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 192 Seiten – mit dem KostBRÄG 2025.
